WFG NWM beim Baltic Sea Business Day 2026 in Rostock

Rostock, 16. April 2026 – Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg (WFG NWM) hat am 3. Baltic Sea Business Day (BSBD) in der Stadthalle Rostock teilgenommen. Die Veranstaltung wurde von der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern organisiert. Die Schirmherrschaft übernahm Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
Nach zwei erfolgreichen Vorgängerveranstaltungen mit zuletzt rund 500 Teilnehmenden brachte auch der diesjährige Baltic Sea Business Day erneut Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und internationalen Netzwerken aus den Ostseeanrainerstaaten zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, die Zusammenarbeit im Ostseeraum weiter zu festigen und neue Kooperationen anzustoßen.

Im Mittelpunkt standen zentrale Zukunftsthemen wie klimaneutrales Wirtschaften, die Sicherheit im Ostseeraum sowie innovative Ansätze zur nachhaltigen Nutzung der Ostsee. Diese Themen wurden in drei Fachsessions vertieft:

•    Maritime Sicherheit und Schutz kritischer Infrastrukturen
•    Innovationen für die nachhaltige Nutzung der Ostsee
•    Unternehmererfolg und Mitarbeitergesundheit

Ein besonderer Fokus lag auf dem internationalen Austausch und der Vernetzung. Über die B2B-Kooperationsbörse des Enterprise Europe Network Mecklenburg-Vorpommern konnten Unternehmen gezielt neue Geschäftskontakte knüpfen und bestehende Partnerschaften ausbauen. Ergänzend präsentierten sich nationale und internationale Start-ups sowie Unternehmen in der StartUp & Company-Area und nutzten die Plattform zur internationalen Vernetzung.
Die WFG NWM nutzte den Baltic Sea Business Day, um Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis Nordwestmecklenburg aufzunehmen, ihre Flächenangebote zu präsentieren, Kontakte zu vertiefen und neue Kooperationsmöglichkeiten zu erschließen.
Der Baltic Sea Business Day unterstreicht die Bedeutung des Ostseeraums als starken und zukunftsorientierten Wirtschaftsraum. Die Veranstaltung bietet eine wichtige Plattform, um grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern und gemeinsame Lösungen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.

nvestitionen, Neuansiedlungen und neue Arbeitsplätze im Landkreis

Investitionen, Neuansiedlungen und neue Arbeitsplätze im Landkreis

Nordwestmecklenburg: Investitionen und Ansiedlungen setzen 2025 positive Impulse

Der Wirtschaftsstandort Nordwestmecklenburg behauptet sich auch im Jahr 2025 in einem gesamtwirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld. Während die deutsche Wirtschaft nach zwei schwierigen Jahren lediglich ein geringes Wachstum von 0,2 Prozent verzeichnet und Unternehmen bundesweit mit hohen Energie- und Lohnkosten, geopolitischen Unsicherheiten sowie einer verhaltenen Industrienachfrage konfrontiert sind, entwickelt sich der Landkreis weiterhin stabil.

Im Industrie- und Gewerbegebiet Upahl – An der Silberkuhle konnten im Jahr 2025 durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg mbH (WFG NWM) vier Flurstücke mit einem Gesamtwert von rund 670.000 Euro veräußert werden. Darüber hinaus wurden drei Neuansiedlungen sowie zwei Erweiterungsvorhaben bestehender Unternehmen begleitet. Das Investitionsvolumen dieser Projekte beläuft sich auf rund 18 Millionen Euro. In der Folge entstehen im Landkreis Nordwestmecklenburg voraussichtlich rund 60 neue Arbeitsplätze.

Auch perspektivisch bleibt die Entwicklung dynamisch. Derzeit betreut die WFG NWM fünf konkrete Ansiedlungsprojekte mit einem potenziellen Investitionsvolumen von rund 110 Millionen Euro und einem Arbeitsplatzpotenzial von etwa 430 Vollzeitstellen. Zu den geplanten Vorhaben zählt unter anderem die Investition der Firma Rossmann, die bis 2028 ein regionales Logistikzentrum am Großgewerbestandort Upahl-Grevesmühlen errichten möchte.

Die aktuellen Zahlen unterstreichen die Attraktivität des Landkreises Nordwestmecklenburg als Wirtschaftsstandort zwischen den Metropolregionen Hamburg und Lübeck. Entscheidende Standortfaktoren sind die Verfügbarkeit gut erschlossener Gewerbeflächen, eine leistungsfähige Infrastruktur, Planungssicherheit sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Politik. Die Wirtschaftsförderung Nordwestmecklenburg begleitet Investitionen umfassend – von der Flächenvermittlung über die Bau- und Fördermittelberatung bis hin zur Unterstützung im Ansiedlungsprozess.


📞 Kontakt

Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg mbH
August-Bebel-Straße 1
23936 Grevesmühlen

📧 service@wfg-nwm.de
📞 03881 49 799 82


 

Wenn ich auf das Jahr 2025 zurückblicke, fällt die Gesamtbilanz für den Landkreis Nordwestmecklenburg und seine regionale Wirtschaft insgesamt gemischt aus. Trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen wie der schwachen Binnenkonjunktur, hohen Energie- und Arbeitskosten sowie einem zunehmenden wirtschaftlichen Pessimismus konnten im Jahr 2025 dennoch positive Akzente gesetzt werden.

Investitionen im Kreisgebiet: Ein Hoffnungsschimmer trotz Herausforderungen

Trotz eines rückläufigen Interesses an Industrie- und Gewerbeflächen infolge der wirtschaftlichen Unsicherheiten seit dem Ukraine-Krieg wurden 2025 bedeutende Investitionen getätigt. Besonders im Industrie- und Gewerbegebiet Upahl konnten drei Flurstücke erfolgreich verkauft werden. Das Gebiet, das im Besitz des Landkreises Nordwestmecklenburg ist, wurde durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft vermarktet.

Zu den neuen Eigentümern gehören ein niederländisches Medizintechnikunternehmen, ein Baumaschinenverleiher aus Hamburg sowie ein weiteres Bestandsunternehmen, das sich in Upahl erweitern möchte. Geplante Investitionen in Höhe von etwa fünf Millionen Euro schaffen über 50 neue Arbeitsplätze vor Ort.

Zusätzlich wurde im interkommunalen Gewerbegebiet Upahl–Grevesmühlen eine wegweisende Entscheidung getroffen. Die Drogeriekette Rossmann unterzeichnete eine Reservierungsvereinbarung für eine acht Hektar große Fläche, auf der bis 2028 ein Regionallager entstehen soll.

Diese Investition in Höhe von rund 60 Millionen Euro wird mehr als 300 neue Arbeitsplätze in der Region schaffen und markiert einen wichtigen Schritt zur Erschließung des Gewerbegebiets.

Kultur und Infrastruktur: Der Spatenstich für das Museum Ehrhardt

Im Oktober 2025 wurde der Spatenstich für das Museum Ehrhardt im Ortsteil Plüschow der Gemeinde Upahl gefeiert. Das internationale Architekturbüro von Diébédo Francis Kéré wird das Gebäude nachhaltig aus Lehm, Holz und Glas errichten. Der Bau des Museums, das Werke des Bauhaus-Schülers Alfred Ehrhardt präsentieren wird, ist eine wichtige kulturelle Bereicherung für die Region.

Geplant sind jährlich 30.000 Besucher, was einen erheblichen Wirtschaftsfaktor für Plüschow darstellt. Der Bau wird privat durch die Familie Ehrhardt finanziert und beläuft sich auf eine zweistellige Millionenhöhe.

Fachkräftegewinnung und -bindung: Ein Erfolg trotz Herausforderungen

Das Welcome Service Center Nordwestmecklenburg (WSC NWM) blickt auf ein arbeitsintensives Jahr 2025 zurück. Über 300 Anfragen von Fachkräften aus Deutschland und dem Ausland wurden bearbeitet, was die gute Stabilität des Vorjahres widerspiegelt.

Besonders auffällig war der Anstieg internationaler Fachkräfte – nahezu jede vierte Anfrage kam aus dem Ausland. Dennoch bleibt die Anerkennung von Qualifikationen und die Sprachbarriere nach wie vor eine Herausforderung.

Erfreulicherweise konnten 40 von 100 Jobanfragen erfolgreich vermittelt werden. Auch bei der Wohnungssuche – insbesondere für internationale Fachkräfte – gab es Fortschritte: Rund die Hälfte der Anfragen konnte erfolgreich vermittelt werden, was angesichts des knappen Wohnraums im Landkreis ein großer Erfolg ist.

Zudem konnte das WSC NWM vier neue Unternehmenspartner gewinnen, sodass mittlerweile 21 Unternehmen das Center unterstützen.

Der Blick auf das Jahr 2026: Herausforderungen und Chancen

Insgesamt war 2025 für die kreiseigene Wirtschaftsförderung ein gutes und erfolgreiches Jahr. Es wurden Investitionen im zweistelligen Millionenbereich begleitet und Fachkräfte für die regionale Wirtschaft in relevantem Umfang überregional angeworben sowie vor Ort unterstützt. Das macht Mut und zeigt, dass weiterhin investiert und eingestellt wird.

Nachdenklich stimmen mich die hohen Energie- und Lohnkosten in Deutschland im internationalen Vergleich sowie das geringe Arbeitsaufkommen pro Kopf – auch wenn dieses in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin über dem Bundesdurchschnitt liegt. Auch die Bau- und Finanzierungskosten, die durch erhöhte bürokratische Anforderungen im Bauwesen sowie durch Inflation gestiegen sind, verhindern oder verzögern Investitionen.

Hier sind der Bund und das Land Mecklenburg-Vorpommern gefragt. Bürokratie und damit verbundene Mehrkosten müssen weiter abgebaut werden. Die Novelle der Landesbauordnung im Jahr 2025 war ein wichtiger erster Schritt, der weitergedacht und konsequenter umgesetzt werden muss. Auch die Energiepreise müssen weiter sinken. Hier müssen Möglichkeiten zur Eigenversorgung regionaler Unternehmen auf Basis erneuerbarer Energien verbessert werden. Dazu muss das Land im Dialog mit dem Bund und der EU-Kommission auf neue Regelungen hinwirken.

Zudem gibt es zu wenige Förderanreize und Instrumente für Gründerinnen und Gründer – hier sind wir bundesweit Schlusslicht. Schafft das Land gemeinsam mit den Regionen eine kluge Förder-, Flächen- und Energiepolitik, können auch 2026 wichtige Investitionen ausgelöst und Bestandsunternehmen unterstützt werden. Packen wir es hoffentlich gleich nach der Landtagswahl an, die auch noch viele Unbekannte mit sich bringen.

Fazit: Ein Mut machender Ausblick auf 2026

Trotz der bestehenden Herausforderungen gibt es Grund zur Zuversicht. Im Jahr 2025 konnten bedeutende Investitionen realisiert und zahlreiche Fachkräfte gewonnen werden. Wenn es gelingt, die bürokratischen und infrastrukturellen Hürden weiter zu reduzieren und die Energie- sowie Lohnkosten zu senken, steht der Region ein weiteres erfolgreiches Jahr bevor.

Gemeinsam mit den regionalen Akteuren und Partnern blicken wir optimistisch auf 2026 und hoffen auf eine weiterhin positive Entwicklung für Nordwestmecklenburg.

Martin Kopp
Geschäftsführer, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg

 


Gefördert

Dieses Projekt wird anteilig vom Land Mecklenburg-Vorpommern für die Dauer von zwei Jahren aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

ESF Logo

Welcome Center – Landesportal Mecklenburg-Vorpommern

Der Landkreis Nordwestmecklenburg, die Stadt Grevesmühlen, die Gemeinde Upahl und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg mbH (WFG) unterzeichneten am 5. Juni eine gemeinsame Vereinbarung zur Vermarktung des Großgewerbestandortes Upahl/Grevesmühlen. Diese Kooperation markiert einen bedeutenden Schritt für die gemeinsame Vermarktung und Investorenbetreuung regionaler Gewerbeflächen.  Landrat Tino Schomann, Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler, Upahls Bürgermeister Steve Springer sowie der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg Martin Kopp unterschrieben heute einen entsprechenden Vertrag, der die Marketing- und Vertriebsmaßnahmen der WFG für das Gewerbegebiet sowie die Zusammenarbeit regelt.

Starker Standort mit Potenzial

Direkt an der A20 gelegen und in der Nähe zu Lübeck und dem Seehafen Wismar, bietet der Großgewerbestandort mit 45 Hektar Gesamtfläche ideale Voraussetzungen für produzierendes Gewerbe, Logistik und weitere Branchen. Das interkommunale Gewerbegebiet wird in zwei Abschnitten entwickelt. Für die Grevesmühlener Seite mit rund 28 Hektar besteht bereits Baurecht. Die Erschließung soll Ende 2025 beginnen. Für die Upahler Seite mit rund 17 Hektar wird im Jahr 2026 Baurecht geschaffen. Die Erschließung beginnt im Jahr 2027. Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Einsatz erneuerbarer Energien prägen den Standort, der als Grünes Gewerbegebiet entwickelt und vermarktet wird. So kann die Wärmeversorgung über Biomethan erfolgen.

Regionalökonomische Effekte

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg mbH entwickelte und vermarktet bereits das Industrie- und Gewerbegebiet Upahl – An der Silberkuhle südlich der Autobahn 20. Das rund 60 Hektar umfassende Gelände beherbergt heute über 20 Betriebe und schuf rund 1.000 Arbeitsplätze. Hierzu zählt die Molkerei Arla mit mehr als 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die Norddeutschen Kaffeewerke mit einer Belegschaft von rund 100 Personen.

Weitere Informationen: www.gewerbegebiet-upahl.de

WFG NWM auf der Real Estate 2025

Nordwestmecklenburg im Rampenlicht der Immobilienbranche:

Am 14. und 15. Mai 2025 präsentierte sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg mbH auf der Real Estate Arena in Hannover – einer der wichtigsten Fachmessen für Immobilien, Projektentwicklung und Standortvermarktung im norddeutschen Raum.

Gemeinsam mit den Wirtschaftsfördergesellschaften der Landkreise und kreisfreien Städte Mecklenburg-Vorpommerns war Nordwestmecklenburg unter dem Dach der Landeswirtschaftsförderung „Invest in MV am Gemeinschaftsstand vertreten. Insgesamt rund 7.500 Besucherinnen und Besucher nutzten die Messe an zwei Tagen als zentrale Plattform für Austausch, Vernetzung und neue Investitionsimpulse.

Fokus auf Flächen, Potenziale und persönliche Gespräche

Für das Team der Wirtschaftsförderung war die Messe eine hervorragende Gelegenheit, aktuelle Industrie- und Gewerbeflächen aus der Region zu präsentieren – insbesondere mit Blick auf deren Lagegunst, Infrastruktur und Preisstruktur. Dabei stand neben der Vorstellung des Flächenangebotes auch der direkte Austausch mit Investoren, Projektentwicklern und kommunalen Partnern im Mittelpunkt.

Neues Großprojekt im Fokus: Upahl/Grevesmühlen

Ein besonderes Highlight war die Präsentation des neuen interkommunalen Großgewerbestandortes Upahl/Grevesmühlen. Im Rahmen eines Tandem-Vortrags stellten Lars Prahler, Bürgermeister der Stadt Grevesmühlen, und Martin Kopp, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg, den Standort potenziellen Projektentwicklern und Investoren persönlich vor. Der Vortrag unterstrich das starke Kooperationsinteresse der Region und machte die Standortvorteile greifbar.

Überregionale Sichtbarkeit als Schlüssel zum Erfolg

Neben neuen Kontakten wurden auch bestehende Geschäftsbeziehungen gepflegt sowie konkrete Gespräche zu Ansiedlungen und Entwicklungspotenzialen geführt. Für Martin Kopp ist der Messeauftritt ein strategisch wichtiger Schritt:

„Die Real Estate Arena hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig die überregionale Sichtbarkeit für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landkreises ist. Einige Projektentwickler und Investoren kannten die gute Infrastruktur und Lage unserer verfügbaren Gewerbegebiete sowie unsere attraktive Preisstruktur gar nicht. Deswegen sind Vertriebsplattformen wie diese Messe wichtig, um die Möglichkeiten in Nordwestmecklenburg persönlich vorzustellen.“

Fazit

Mit dem Messeauftritt auf der Real Estate Arena 2025 hat die Wirtschaftsförderung Nordwestmecklenburg erneut ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort gesetzt: sichtbar, vernetzt und zukunftsorientiert. Die Messekontakte bilden eine wertvolle Grundlage für weitere Projekte und Standortansiedlungen – und zeigen: Nordwestmecklenburg hat viel zu bieten.

 

Businesslunch mit den Landrat von Nordwestmecklenburg
Erfolgreicher Auftakt: Business Lunch bringt Wirtschaft und Verwaltung zusammen

Fachkräftemangel, steigende Lohn- und Energiekosten, zu viel Bürokratie. Nordwestmecklenburgs Wirtschaft hat mit vielen Problemen zu kämpfen. Umso wichtiger ist in diesen herausfordernden wirtschaftlichen Zeiten der persönliche Austausch zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Förderstellen. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg (WFG NWM) lud deshalb am 27. März 2025 zusammen mit Landrat Tino Schomann zum ersten Business Lunch ein.

„In der digitalen Kommunikation geht das Persönliche häufig verloren. Deshalb wandern wir mit dieser neuen Veranstaltung durch den Landkreis, damit die Unternehmerinnen und Unternehmer uns mitgeben können, was sie im Tagesgeschäft brauchen und wo wir unterstützen können“, sagte Nordwestmecklenburgs Landrat Tino Schomann zur Premiere dieses Veranstaltungsformats im Rauchhaus Möllin.

Vertreter von Unternehmen verschiedener Branchen aus dem Amtsbereich sowie der Stadt und des Amts Gadebusch und der Kreisverwaltung waren der Einladung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft gefolgt.

„Wir haben über 6.000 Betriebsstätten im Landkreis. Der Business Lunch gibt uns als WFG die Möglichkeit, besser in der Fläche präsent zu sein und bei Themen wie Bauanträgen, Fördermittelberatungen oder Akquise und Bindung von Fachkräften zu unterstützen, weil die Firmen leichter mit uns ins Gespräch kommen“, erklärte WFG-Geschäftsführer Martin Kopp.

Im Mittelpunkt der Diskussion des ersten Business Lunches standen die verbesserte Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung von Wind- und Solarparks, die Verschlankung von Baugenehmigungsverfahren sowie die schnellere Anerkennung von Berufsabschlüssen ausländischer Fachkräfte. Der nächste Business Lunch findet im Juni 2025 im Amt Neuburg statt.

 

Trotz Konjunkturschwäche verzeichnet WFG gesteigerte Nachfrage

 

Im vergangenen Jahr wurden drei Flurstücke im Industrie- und Gewerbegebiet Upahl verkauft. Daraus ergaben sich Erträge in Höhe von rund 780.000,- Euro. Das ist das beste Ergebnis seit 16 Jahren. Die Flurstücke sind im Eigentum der WFG. Durch die Verkäufe konnten zwei neue Firmen im Industrie- und Gewerbegebiet angesiedelt werden. Ein Bestandsunternehmen erwarb ein weiteres Flurstück zur Firmenerweiterung. „Die Nachfrage war trotz allgemeiner Wirtschaftsflaute und Krisenstimmung auf einem guten Niveau“ resümiert WFG-Geschäftsführer Martin Kopp. „Zwar wurden konjunkturbedingt insgesamt rund 30 Prozent weniger Anfragen nach Gewerbeflächen bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft gestellt als im Vorjahr. Die Anfragen in 2023 waren dafür sehr konkret, weshalb wir ein so gutes Ergebnis erzielen konnten“, so Kopp.

 

Tino Schomann, Landrat des Landkreises Nordwestmecklenburg und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung sieht die kreiseigene Wirtschaftsförderung und den Wirtschaftsstandort Nordwestmecklenburg auf einem guten Weg. „Durch die hohen Erträge aus Gewerbeflächenverkäufen konnte die Gesellschaft allein aus den Verkaufserlösen im vergangenen Jahr finanziert werden. Das entlastet den Kreishaushalt. Außerdem bereitet die Gesellschaft für 2024 vier weitere Flächenverkäufe im Industrie- und Gewerbegebiet Upahl vor. Zwei bestehende Firmen wollen sich erweitern“, sagt Schomann. „Das zeigt, das trotz schwacher Binnenkonjunktur auch Bestandsfirmen in Nordwestmecklenburg investieren. Investition bedeutet Vertrauen in die Zukunft. Außerdem nehmen die Ansiedlungsanfragen in diesem Jahr wieder zu“ ergänzt Kopp.

 

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft schließt das Wirtschaftsjahr 2023 mit einem Jahresüberschuss von rund 62.000,- Euro ab. Die Erträge lagen bei rund 880.000,- Euro. Die Eigenkapitalquote lag bei rund 93 Prozent. Die Bilanzsumme stiegt zum Vorjahr leicht von circa 1,3 auf 1,4 Millionen Euro. Werden alle Faktoren gemeinschaftlich betrachtet, war 2023 das erfolgreichste Jahr der WFG seit ihrer Gründung vor über 30 Jahren.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg feierte ihr 30 jähriges Bestehen. Am 30. November 1992 wurde die Gesellschaft vom Landkreis Nordwestmecklenburg gegründet, der noch heute alleiniger Gesellschafter ist. Das Jubiläumsjahr war eines der erfolgreichsten. Grund genug beim Geschäftsführer Martin Kopp nach den Gründen zu fragen.

Herr Kopp wie war das Geschäfts- und Jubiläumsjahr 2023 für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft?

Fordernd, aber sehr erfolgreich. Wir haben zum Beispiel Gewerbegrundstücke im Wert von rund 900.000,- Euro verkauft. Hinzu kommen Erträge aus Verpachtung von Gewerbeflächen. Die Verkäufe sind das beste Ergebnis seit rund 20 Jahren. Dabei haben sich im Kern Bestandsunternehmen erweitert bzw. einen neuen Standort im Landkreis gesucht. Das spricht für die Standortqualität.

Im Bereich der Fachkräftegewinnung haben wir mehr Kooperationspartner für das Welcome Service Center aus der Wirtschaft gewinnen können. Mittlerweile steuern Firmen und sonstige Partner jährlich 30.000- Euro zu den jährlichen Aufwendungen bei. Das ist in dieser Wirtschaftslage ein großer Erfolg. Das Center hat in 2023 neue Veranstaltungsformate erfolgreich angeboten und entwickelt. Zu ihnen zählen die Firmenbesuche, wo Fachkräfte Arbeitgeber aus der Region kennenlernen. Die Firmen bewerben sich also bei den Jobsuchenden. Das haben in 2023 die Unternehmen EGGER Holzwerkstoffe Wismar GmbH & Co. KG in Wismar und Palmberg Büroeinrichtungen + Service GmbH aus Schönberg getan. Das Format kam sehr gut an und wird bei der Firma EUROIMMUN in Dassow in 2024 fortgesetzt. Außerdem wurden Speed-Datings zwischen Arbeitgebern aus der Region und geflüchteten Personen organisiert. Im Schwerpunkt wurden so ukrainische Erwerbstätige mit den Firmen hier vor Ort zusammengebracht. Zahlreiche Arbeitsverträge kamen zustande. Das nächste Speeddating wird am 28. Februar 2024 in Boltenhagen organisiert.

Und wie ging es der Wirtschaft in der Region?

Unterschiedlich. Größere Firmen wie Palmberg haben auch in 2023 ein Rekordumsatz erzielt, investiert und neue Stellen ausgeschrieben. Was mir Sorgen bereitet, sind größtenteils die vielen kleinen Unternehmen mit maximal 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie bilden das Rückgrat unserer Wirtschaft vor Ort. In 2023 hatten wir in ganz Deutschland aber eben auch bei uns mehr Insolvenzen. Das ist ein stilles Sterben der kleinen Firmen. Diese können eben nicht so einfach Preissteigerungen in der Beschaffung, bei der Energieversorgung und bei den Personalkosten umlegen bzw. eine ausreichende Refinanzierung am Markt erzielen.

Was braucht es denn, damit es auch unseren kleinen Firmen gut geht?

Mehr Planungssicherheit, mehr Transparenz und weniger Bürokratie. Wir ersticken in Deutschland wirklich in Bürokratie. Das kann so nicht weitergehen. Die kleinen Firmen aber auch Gründer können das einfach nicht mehr bewältigen. Es macht vieles nicht nur ineffizient sondern auch zu teuer. Wir brauchen dringend eine ernstgemeinte Initiative des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Vorschriften zu vereinfachen oder gar zu streichen. Prozesse müssen schnell digitalisiert und transparenter werden. Die Zeit, die die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter dafür sparen, können sie in die Beratung investieren. Dann werden die Anträge qualitativ auch besser und es geht schneller und kostet weniger. Zumindest bei einem Großteil der Antragssteller. Außerdem brauchen wir stabile Preise. Das können wir regional im Bereich der Energieversorgung zumindest anteilig gestalten.

Was wird es für Neuerungen in 2024 bei der Wirtschaftsförderung geben?

Wir haben eine Stelle für den Bereich Kommunalberatung geschaffen. Elisabeth Gutsch ist die neue Ansprechpartnerin für die Kommunen. Ziel der Maßnahme ist es, enger bei der Vermarktung und Neuausweisung von Gewerbe- und Industrieflächen und Immobilien mit den Ämtern und Gemeinden sowie den regionalen Immobilienmaklern zusammenzuarbeiten. Außerdem soll das Thema „Grüne Gewerbestandorte“, also Gewerbegebiete die sich größtenteils oder vollständig auf Basis erneuerbarer Energien versorgen, einen Schwerpunkt der Arbeit bilden. Frau Gutsch wird Workshops mit den Kommunen organisieren und bei der Antragsstellung von Fördermitteln in diesem Bereich helfen.

Außerdem werden wir stärker auf die Bestandsfirmen zugehen. Das gefiel mir in 2023 immer noch nicht, weder von der Quantität noch von der Qualität unserer Maßnahmen. Wir haben im Oktober 2023 Marcel Hein eingestellt. Eine seiner und meiner Kernaufgaben für 2024 ist, die Bestandsfirmen bei Vorhaben zu begleiten. So habe ich in 2023 mehrere Fördermittelberatungen im Schwerpunkt mit Handwerksbetrieben durchgeführt und Investitionen im zweistelligen Millionenbereich erfolgreich begleitet. Ich möchte aber, das mehr Fördermittelberatungen bei uns nachgefragt werden. Darlehen sind derzeit teuer. Also lohnt sich daher immer eine kostenfreie Erstberatung bei uns.
Es wird für unser Firmen vor Ort auch Stammtische in den einzelnen Teilregionen des Landkreises geben. Hier werden wir aktuelle Themen der Firmen aufgreifen.

Wir haben uns also einiges für 2024 vorgenommen.

Das Gewerbegebiet Upahl liegt in bester Lage im östlichen Teil der Metropolregion Hamburg direkt an der Autobahn 20. Es zählt zu den attraktivsten Industrie- und Gewerbegebieten im Landkreis Nordwestmecklenburg. In den letzten Jahrzenten ließen sich im Gewerbegebiet „An der Silberkuhle“ fast 30 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen nieder und schufen rund 1.000 Arbeitsplätze.

Die größten Arbeitgeber bilden produzierende Unternehmen aus der Lebensmittelbranche. Zu Ihnen zählen Arla Foods und die Norddeutschen Kaffeewerke. Vor Ort arbeiten aber auch Unternehmen der Kunststoffherstellung sowie Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Auch Handelsfirmen für Werkzeug- oder Baumaschinen oder die Gastronomie zählen zu den niedergelassenen Betrieben.

Und die Nachfrage nach Gewerbegrundstücken blieb die letzten Jahre auf hohem Niveau. So konnten in 2023 bereits zwei neue Unternehmen durch Flächenverkäufe angesiedelt werden. Aber nicht nur neue Unternehmen bauen eine Betriebsstätte vor Ort auf. Auch bestehende Unternehmen, die seit Jahren ihren Firmensitz „An der Silberkuhle“ haben, fühlen sich wohl und erweitern sich stetig. In 2023 wurde eine weitere Gewerbefläche an ein Bestandsunternehmen veräußert. Zwei Firmenerweiterungen sind für 2024 geplant. Allein in 2023 erwirtschaftet die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Nordwestmecklenburg als Eigentümer der Flächen fast eine Million Euro durch den Verkauf und die Verpachtung von Gewerbegrundstücken.

Die Gründe für diesen Erfolg liegen in der guten Infrastruktur, die Nähe zur Autobahn, zu Seehäfen und Flughäfen sowie an den attraktiven Preisen für die Gewerbegrundstücke. Zudem haben Firmen die Möglichkeit, sich an das Nieder- und Mittelspannungsnetz anzuschließen. Außerdem verfügt das Gebiet über eine sehr gute Wärmeinfrastruktur und Breitbandinternet, womit bis zu 1000 Mbit/s Datenübertragung möglich sind. Für 2024 ist die Planung eines grünen Versorgungskonzeptes geplant.

Da derzeit nur noch rund 7 ha Industrie- und Gewerbeflächen veräußert werden können, befindet sich nördlich der Autobahn 20 ein neuer Großgewerbestandort Richtung Grevesmühlen in der Entwicklung. Auch in der Stadt Grevesmühlen gibt es kaum noch Gewerbegrundstücke. Auf über 40 Hektar soll daher ein grüner, interkommunaler Gewerbestandort der Stadt Grevesmühlen und der Gemeinde Upahl entstehen. Die Bauleitplanung dafür soll Anfang 2024 abgeschlossen sein. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes auf Seite der Stadt Grevesmühlen ist für 2025 geplant. Anschließend wird auch die Upahler Seite erschlossen sein. Die Grundlage zur Fortführung einer Erfolgsgeschichte.

 

www.gewerbegebiet-upahl.de

Interkommunaler Großgewerbestandort Upahl/Grevesmühlen – Stadt Grevesmühlen (grevesmuehlen.de)

Was sind Ihre Kernaufgaben? 

Ich bin für die Betreuung und Akquise von Ansiedlungskunden zuständig. Außerdem kümmere ich mich um die Bestandsunternehmen. Dazu gehört auch die Fördermittelberatung. 

Woran arbeiten Sie derzeit? 

Ich arbeite im Moment an der Erstellung eines Exposés für eine Gewerbeobjektvermarktung und bereite verschiedenste Gewerbelisten auf bzw. erarbeite Akquise Listen zur Ansprache von Investoren in Zielbranchen. 

Was macht Ihnen besonders Spaß an der Arbeit? 

Im Vordergrund steht für mich die Netzwerkarbeit mit unseren Unternehmerinnen und Unternehmern. So durfte ich in verschiedensten Formaten viele Gewerbetreibende, Gründerinnen und Gründer kennen lernen, was mir große Freude bereitet. Ich liebe es, mit Menschen zusammen zu arbeiten. Für mich ist außerdem wichtig, dass die Arbeit im Team Spaß macht. Das ist definitiv so. Sehr gut gefällt mir auch, dass beim Erstellen von Texten, Social Media Posts, Exposés oder ähnlichen Maßnahmen, meine eigene Kreativität gefragt wird. 

Und was läuft nicht so gut? 

Bisher kann ich mich nur selber einschätzen. Manchmal ist es ein bisschen viel, weil ich Quereinsteiger bin. Ich muss mir Zeit geben, das Grundwissen zu erlernen. Ich durchlaufe fast wöchentlich Schulungsmaßnahmen.  Ich denke, dass ich mir mehr Fachwissen aneignen muss, damit ich gut beraten kann. 

Welche Schwerpunkte werden Sie sich in Ihrer Arbeit in 2024 legen? 

Das Vermarkten von Gewerbeflächen entlang von Zielbranchen und das Vernetzen der lokalen Unternehmen durch unterschiedliche Formate sind meine Arbeitsschwerpunkte. Ich möchte gerne, dass wir als Wirtschaftsförderer der beste Partner unserer Unternehmerinnen und Unternehmer werden. 

Welche neuen Angebote erwarten Unternehmerinnen und Unternehmer in 2024? 

Wir möchten gerne quartalsweise Unternehmensstammtische einführen. Ob diese dann von Fachbeiträgen begleitet werden, oder als Vernetzungsgespräche dienen, werden wir sehen, was von den Unternehmen gewünscht wird.