Ab 2023 müssen Beschäftigte ihrem Arbeitgeber keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU oder gelber Schein) mehr vorlegen.  Dies geschieht durch die Arztpraxen digital. Dadurch ergeben sich sowohl auf Arbeitnehmerseite als auch auch Arbeitgeberseite Änderungen.

Wie ist die aktuelle gesetzliche Regelung?

Aktuell sind Arbeitnehmer dazu verpflichtet, ihrem Arbeitgeber die AU ihres Arztes spätestens ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen, sollte es keine andere Regelung in dem jeweiligen Arbeitsvertrag geben. Zudem müssen die Arbeitnehmer eine Ausführung der AU an die jeweilige Versicherung weiterreichen.

Was ändert sich zum 01.01.2023?

Die Verpflichtung zur Vorlage in Papierform entfällt ab dem 01.01.2023 für gesetzlich versichterte Arbeitnehmer. Die Arztpraxen übermitteln noch am Tag des Arztbesuches die Bescheinigung elektronisch an die jeweilige Krankenkasse.

Woher weiß der Arbeitgeber ob ich Krank bin?

Arbeitnehmer haben weiterhin die Pflicht, sich unverzüglich, also sobald sie von ihrer Arbeitsunfähigkeit erfahren, beim Arbeitgeber zu melden.

Wie kann der Arbeitgeber überprüfen ob eine AU vorliegt?

Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, die Bescheinigung für den Arbeitgeber bei der jeweiligen Krankenkasse abzurufen. Der Versicherte erhält darüber keine Information.

Was für ein Vorteil hat die eAU?

Die eAU entlastet neben den Versicherten auch die Arztpraxen. Weniger Bürokratie und Zettelwirtschaft sind ein weiterer Schritt der Digitalsierung und des papierlosen Arbeitens.

Was passiert wenn der Arbeitgeber die Information der Arbeitsunfähigkeit nicht anerkennt?

Rechtlich stellt dies für den Arbeitnehmer ein Problem dar, denn der Arbeitgeber kann die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers anzweifeln. Um den Anspruch auf Entgeltfortzahlung zu gewährleisten und eine Abmahnung oder Kündigung zu vermeiden, empfiehlt sich als Arbeitnehmer eine persönliche Bescheinigung in Papierform mitzunehmen. Dies wird auch weiterhin von den Arztpraxen angeboten.

Gibt es Ausnahmen?

Es gilt in Deutschland kein Grundsatz ohne Ausnahmen. So sind, Privatversicherte, Privatärzte, Ärzte im Ausland, Rehabilitationseinrichtungen und Pysio- sowie Psychotherapeuten an dem Verfahren noch nicht beteiligt.

Zum 30. jährigen Jubiläum der Wirtschaftsförderungsgesellschaft wurde ein Kurzfilm gedreht.
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Landrat Tino Schomann und Aufsichtsratsvorsitzender Heiner Wilms berichten aus den letzten Jahrzehnten, über gesammelte Erfahrungen und über die Zukunft der Gesellschaft. Eine spannende Zusammenfassung der Arbeit der letzten Jahre.

Wir danken Yourfilms aus Güstrow für die tolle Arbeit.
Viel Spaß beim Schauen wünscht das Team der WFG
Jubiläum

Drei Jahrzehnte an der Seite der Unternehmen – die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg feiert Geburtstag

Sie ist aus dem Wirtschaftsleben des Kreises gar nicht mehr wegzudenken: Heute, am 30. November 2022 feiert die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg mbH (WFG NWM) ihr 30-jähriges Bestehen.
Gegründet in Grevesmühlen, wo bis heute ihr Stammsitz ist, wurden unter ihrer Leitung zum Beispiel die Gewerbegebiete in Herrnburg, Schönberg, Carlow und Upahl erschlossen und anschließend verkauft. Tausende Arbeitsplätze entstanden so in den vergangenen Jahrzehnten und in den letzten Jahren kamen immer mehr neue Aufgaben für die WFG hinzu.

Zum Jubiläum fanden bereits mehrere Aktionen statt. Es wurde unter anderem ein Kurzfilm gedreht, der am 1. Dezember im Rahmen eines Pressegesprächs präsentiert wird. Die Jubiläumsveranstaltung folgt im Frühjahr 2023 im Rahmen eines Unternehmerempfanges.

Hier einige Stimmen zu der kreiseigenen Gesellschaft und ihrem Wirken in den vergangenen dreißig Jahren:

„Ich hatte bereits 1992 Berührung mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Da war ich noch der Landrat des Kreises Wismar. Wir machten dort ebenfalls Wirtschaftsförderung. Aber nicht auf Basis einer Gesellschaft, sondern aus der Verwaltung heraus. In dem Zusammenhang hatte ich Kontakt mit dem damals noch eigenständigen Kreis Grevesmühlen hinsichtlich der Wirtschaftsförderung. Das betraf besonders das Gewerbegebiet Upahl und dann das Gewerbegebiet Schönberg – das waren so die ersten Hauptschwerpunkte. Schon damals stand die Wirtschaftsförderung im Prinzip für die Ansiedlung der Betriebe, wie etwa Hansano in Upahl. Zur gleichen Zeit hatten wir im ehemaligen Kreis Wismar, der ja dann im Kreis Nordwestmecklenburg aufgegangen ist mit der dortigen Wirtschaftsförderung in den ersten drei, vier Jahren das Gewerbegebiet Gägelow, das damals größte Gewerbegebiet in Mecklenburg-Vorpommern, entwickelt. Dort haben wir unheimlich viele Betriebe angesiedelt, die sonst woanders hingegangen wären“, erinnert sich Dr. Udo Drefahl, der von 1990 bis 1994 Landrat des Kreises Wismar und nach der ersten Kreisgebietsreform von 1994 bis 2001 Landrat im Landkreis Nordwestmecklenburg war. „Das Geschäft ist insgesamt schwieriger geworden, muss man sagen. Es ist heute schwieriger, Betriebe anzusiedeln, als noch vor einigen Jahren. Ein großer Teil der Arbeit besteht heute sicherlich auch darin, die vorhandenen Betriebe zu pflegen, damit sie bleiben und sich gut entwickeln – was meiner Kenntnis nach gut gelingt“, so der ehemalige Landrat.

Der derzeitige Landrat des Kreises Nordwestmecklenburg, Tino Schomann hatte vor seiner Wahl schon als ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Blowatz und ab 2019 als Mitglied des Kreistages Kontakt zur Wirtschaftsförderungsgesellschaft. „Da waren schon die ersten Schnittpunkte. Also der Name ist Programm: Wirtschaft fördern im Landkreis – und das macht sie in meinen Augen auch sehr erfolgreich. Sie steht für die Ansiedlung von Firmen, von Industrie, von Gewerbe, soll Bestandsunternehmen unterstützen, fördern, ihnen Wege aufzeigen, wie sie sich hier entwickeln können und soll auch dafür sorgen, dass die Kommunen, die ja letztendlich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft bezahlen über die Kreisumlage, ebenfalls unterstützen. Ich bin stolz darauf, dass die WFG Unternehmen durch die Corona-Pandemie begleitet und über die mittlerweile zwei Jahre unter anderem mit einer Hotline beraten hat. Dabei stand sie ihnen unterstützend zur Seite in den schwierigen Zeiten, wo keiner wusste, wie es weiter geht.“
Für die Zukunft des kreiseigenen Unternehmens hat Landrat Schomann konkrete Pläne: „Mein Ziel war schon im Wahlkampf, dass man die Wirtschaftsförderungsgesellschaft stärken muss. Aber man muss sie auch umbauen, um zukunftsfähig zu sein. Ich möchte meinen Fokus mehr darauf richten, dass wir die Kommunen im Landkreis unterstützen, mehr Kommunalberatung machen, auch für die kleinen Kommunen, nicht nur die Großen, die Großgewerbestandorte entwickeln wollen. Das ist mein Ziel, Kommunalberatung und dass wir weiterhin Hilfestellung geben, dass die Bestandsunternehmen mit der Arbeit des zur WFG gehörenden Welcome Service Center weiterhin Fachkräfte gewinnen“

Chef des WFG-Aufsichtsrats ist Heiner Wilms, Geschäftsführer der Stadtwerke Grevesmühlen: „Ich begleite die Wirtschaftsförderungsgesellschaft seit ihrer Gründung 1992, damals noch in meiner Funktion als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. Ich habe seinerzeit begonnen, als junger Abgeordneter des Kreistages Grevesmühlen, die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landkreises voranzubringen. Und dazu hat sich die Gründung einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft als hervorragendes Instrument angeboten. Und das ist der Bereich, in dem ich mich gern gesehen habe und auch weiterentwickelt habe und möchte dieses auch weiterhin voranbringen.
Bis zum heutigen Tage habe ich immer zu WFG gestanden und hoffe, dass sie sich auch weiterhin so erfolgreich etabliert. Wir sind stolz, dass wir es geschafft haben, dass diese Gesellschaft immer mehr Akzeptanz im Landkreis gefunden hat. Die WFG ist eine kompetente Beratungsfirma, sowohl für Firmen in unserer Region, aber auch für Kommunen, für Städte und Gemeinden, die Ansiedlungen in ihrem Gebiet vornehmen wollen. Ich denke, dass sie auch in 30 Jahren noch existieren wird, denn unser Landkreis ist der stärkste Industriestandort in Mecklenburg-Vorpommern und diese Position möchten wir nicht nur halten, sondern auch ausbauen. Und dazu wird diese Wirtschaftsförderungsgesellschaft einen wichtigen Beitrag leisten.“

Seit inzwischen fünf Jahren leitet Martin Kopp als Geschäftsführer die WFG. Der gebürtige Niedersachse kam seinerzeit aus Schleswig-Holstein nach Nordwestmecklenburg und ist begeistert – sowohl von der Landschaft, als auch von den Bewohnern. „Es macht sehr viel Spaß, hier zu arbeiten. Die Menschen hier sind bodenständig und pragmatisch: Die Netzwerke sind klein, überschaubar und dadurch haben wir eine sehr, sehr gute Agilität. Also wir können sehr schnell Sachen umsetzen.“ Der studierte Umweltwissenschaftler hat konkrete Vorstellungen: „Mein Wunsch ist, dass wir unsere Gewerbegebiete klimaneutral machen, dass wir Unternehmen ansiedeln, die auch wissensbasierte Berufe anbieten, dass wir uns also wirklich zukunftsfähig aufstellen. Und dass das gute Jobs sind, dass auch viele Menschen, die weggezogen sind sagen, ich habe eine Perspektive, auch wieder nach Hause zu kommen.“

Ein Beispiel solcher Unternehmen ist Novocarbo mit Hauptsitz in Hamburg, das mit Hilfe der WFG angesiedelt wurde. Für den Leiter der Produktentwicklung, Benjamin Reincke bieten sich in Nordwestmecklenburg beste Voraussetzungen für die Firma. „Das Ziel von Novocarbo ist die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre. Das geschieht, indem wir Pflanzenkohle herstellen. Wir nehmen Biomassen, die ja den Kohlenstoff als CO2 aus der Luft entnommen und in sich aufgebaut haben und wechseln das von diesem Pflanzen-Kohlenstoff in festen Kohlenstoff. Also wir verbrennen ohne Sauerstoff. Wir verhindern damit, dass der wieder als Kohlendioxid in die Atmosphäre kommt.“ Da bei diesem Prozess sehr viel Energie in Form von Wärme freigesetzt wird suchte das Unternehmen einen Standort für ein Werk, an dem es diese Wärme abgeben kann. „Und da die Fernwärme in den Neuen Bundesländern sehr gefördert wird, war das für uns sehr interessant, in so ein Fernwärmenetz einspeisen zu können. Dass die Wahl dann auf Grevesmühlen gefallen ist, war der Tatsache geschuldet, weil wir gesehen haben, dass es hier verschiedene Möglichkeiten gibt, grüne Wärme an den Mann bzw. die Frau zu bringen, hier ist ein großer Bedarf dafür. Das hat uns die Wirtschaftsförderungsgesellschaft sofort aufgezeigt und da waren wir relativ schnell Feuer und Flamme, dass wir hierher kommen.“ Reincke schätzt die Professionalität, die Direktheit und die sehr gute Erreichbarkeit der WFG. „Aber in erster Linie sehe ich sie als Partner, der Brücke baut zu allen industriellen oder wirtschaftlichen Teilnehmern. Es wäre deutlich schwieriger gewesen, wenn wir ohne die Wirtschaftsförderungsgesellschaft hier in Grevesmühlen versucht hätten, Fuß zu fassen, weil sie die Kontakte haben, weil sie die Teilnehmer kennen und natürlich auch auf beiden Seiten sehen, was ist der Bedarf“.

Peter Täufel

In einem viermonatigen Unternehmensnachfolgeprozess von Andrea Keller mit ihrem Unternehmen „Alles Klar Reinigungsdienst“ unterstützte die NACHFOLGEZENTRALE MV bei der Vermittlung eines Nachfolgers. Seit dem 01. Juli 2022 führt die BOH Hauswunder GmbH die Aktivitäten des in Kneese im Landkreis Nordwestmecklenburg ansässigen Unternehmens fort. Mit dem Unternehmenskauf werden die Dienstleistungen rund um BOH Hauswunder nun auch in der Region Gadebusch über Mölln und Ratzeburg angeboten.

Die Senior-Unternehmerin, die das Dienstleistungsunternehmen mit Schwerpunkt auf Reinigungen von Privathaushalten, aber auch Büros und Praxen, im April 2003 gründete, ist weiterhin im Unternehmen beratend tätig. Die Firmenphilosophie zeichnete ein Höchstmaß an Leistungsbereitschaft und qualitätsorientiertem Arbeiten im Sinne der Kunden aus. Keller war seit Sommer 2020 aus Altersgründen auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger für ihr Reinigungsunternehmen, um für die Mitarbeitenden und Kunden eine sichere Perspektive zu bieten.

Ob Zukauf von Mitbewerbern, Investitionen in neue Geschäftsbereiche oder Expansionen, mit der Unternehmensübernahme sichert sich die BOH Hauswunder langfristiges Wachstum. Die Unternehmenskäufe sind ein Teil der Strategie zukünftig so zu wachsen. „Wir arbeiten auch darüber hinaus noch mit der Nachfolgezentrale MV zusammen, um nach weiteren Unternehmen zu schauen, die zur Übergabe bereit sind“, visioniert Lutz Könnecker, Geschäftsführer bei der BOH Hauswunder GmbH. Dabei werden auch Unternehmen aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen, wie zum Beispiel dem Handwerk, berücksichtigt. Für Könnecker ist es von großer Bedeutung, junge Leute zu finden, die gemeinsam mit ihm Firmen übernehmen möchten. Im Gegenzug will er ihnen durch die Vermittlung seiner Erfahrung und seines Wissens zur Seite stehen und die Angst vor unternehmerischem Risiko nehmen.

BOH Hauswunder hat in der Vergangenheit bereits zwei Unternehmen in der Region übernommen. Insgesamt konnten dadurch insgesamt 75 Arbeitsplätze gesichert, aber auch neue Stellen geschaffen werden. Von „Alles Klar Reinigungsdienst“ wurden 15 Mitarbeitende übernommen. „Mit Frau Keller hat alles direkt gepasst. Die Vorbereitung ihrer eigenen Nachfolge war lobenswert, sodass die Zusammenarbeit mit ihr sehr vertrauensvoll ist“, berichtet Könnecker.

„Viele Unternehmer planen die eigene Nachfolge zu spät. Deshalb rate ich, mit der Planung früher anzufangen. Beispielsweise kann sich der Finanzierungsmarkt verschlechtern aufgrund steigender Zinsen. Außerdem sollte man sich auf den Gesprächspartner einstellen, da der Prozess der Unternehmensnachfolgen immer unterschiedlich ist“, schließt der Geschäftsführer den Unternehmenskauf ab.

Frank Bartelsen, Teamleiter der NACHFOLGEZENTRALE MV, schließt sich dem Tipp von Herrn Könnecker an: „Wir können Ihnen nur empfehlen, uns mindestens 3 Jahre vor einer geplanten Übergabe mit der Suche zu beauftragen.“

 

Die NACHFOLGEZENTRALE MV wurde als kostenfreies Angebot von der Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern GmbH gemeinsam mit den IHKs, den HWKs und dem Wirtschaftsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern initiiert. Mit der Online-Plattform NACHFOLGEPORTAL MV können Suchaufträge von Nachfolgeinteressenten und Unternehmern aufgegeben werden. Anhand einer nicht öffentlichen Matching-Software werden die Profildaten über Übereinstimmungen abgeglichen, um einen Kontakt beider Interessenten herzustellen. Die Arbeit der NACHFOLGEZENTRALE MV wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Branchenvertreter diskutierten Konzepte zur Umsetzung in der Praxis

Wismar / Grevesmühlen Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg (WFG NWM) organisierte über ihr Welcome Service Center (WSC NWM) heute die dritte Veranstaltung ihres aktuellen Workshop-Angebots „Integration von ausländischen Fachkräften in den Arbeitsmarkt“. Auch diesmal war der Workshop mit 25 Teilnehmer*innen ausgebucht. Es nahmen Personalverantworliche aus fast allen Branchen wie Handwerk, Pflege, produzierendes sowie Hotel- und Gaststättengewerbe teil. Thema diesmal: Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und das Onboarding von ausländischen Fachkräften. „Es gibt keine standartisierte Verfahren. Die Anerkennung beruflicher Qualifikationen ist von Berufsbild zu Berufsbild und Fall zu Fall unterschiedlich. Auch die zuständigen Stellen und Verfahren sind sehr heterogen. Darum ist individuelle Beratung in diesem Bereich so wichtig und unabdingbar“, erläuterte Imke Brandt von der Projektleitung IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung Westmecklenburg der VSP gGmbH. Sie informierte während der Veranstaltung über bundes- und landesrechtliche Vorgaben im Zusammenhang mit der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

Danach befasste sich Prof. Dr. Jürgen Beneke, Berater und Experte für interkulturelle Zusammenarbeit mit den Fragen des Onboardings ausländischer Fachkräfte. Er appelierte an die Anwesenden, eine gute innerbetriebliche Vorbereitung im Vorfeld umzusetzen. „Sie brauchen einen Integrationspaten in ihrem Betrieb. Und sie sollten sich dringend auch um die soziale Integration nach der Arbeit kümmern. Sonst nehmen sie viel Geld in die Hand und haben wenig Erfolg bei der Integration ausländischer Mitarbeiter*innen“, resümiert Professor Beneke seine Erfahrungen der letzten Jahre.

„Wir planen aufgrund des großen Erfolges derzeit eine Weiterführung der Workshop-Reihe“, zeigte sich Anne Bunkelmann, Leiterin des Welcome Service Centers, zufrieden. „Wir veröffentlichen das Programm des nächsten Workshops im Dezember auf www.wsc-nwm.de“. Unternehmer*innen können gerne Ihre Themenwünsche bis zum 31. November an e.gutsch@nordwestmecklenburg.de senden oder telefonisch unter 03841 / 30409844 mitteilen.

 

Kontakt:

Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg mbH, August-Bebel-Str. 1, 23936 Grevesmühlen

E-Mail: m.kopp@wfg-nwm.de, Internet: www.wfg-nwm.de, V.i.S.d.P.: Martin Kopp

Folgende Maßnahmen wurden beschlossen:

  1. Der wirtschaftliche Abwehrschirm in Höhe von 200 Mrd. Euro wurde durch den Bundestag und den Bundesrat bestätigt.
  2. Die Gaspreisbremse wird zum 01.03.2023 eingeführt. Eine Rückwirkung zum 01.02.2023 wird angestrebt, sie gilt bis zum 01.04.2024.
  3. Die Abschlagszahlungen für Gas und Fernwärme im Monat Dezember werden vom Bund übernommen.
  4. Die Strompreisbremse gilt ab dem 01.01.2023.
  5. Härtefälle werden mit weiteren finanziellen Mitteln ausgestattet, darunter fallen z.B. Krankenhäuser, Universitätskliniken und Pflegeeinrichtungen. Auch Mieter*innen und Wohneigentümer*innen, die andere Heizmittel nutzen, fallen unter diese Regelung. Für KMU wird es bis zum 01.12. einen Vorschlag durch die Wirtschaftsminister*innen geben.
  6. Hilfen für Kultureinrichtungen fallen ebenfalls unter den Wirtschaftsstabilisierungsfonds.
  7. Die Stadtwerke können über die KfW oder andere Förderbanken Liquiditätsbedarfe abrufen.
  8. Das deutschlandweite digitale „Deutschlandticket“ für 49€ kommt zum 01.01.2023.
  9. Um die steigenden Kosten abzufangen, wird das Wohngeld für Haushalte reformiert.

Brennerei, Mosterei, Hofladen sowie Café und Bistro – das alles ist das Tropfen Kontor in Damshagen. Ein Familienunternehmen, von Martin Nehlsen geführt, das seit Pfingsten diesen Jahres seinen Stammsitz in einem Gebäude der ehemaligen Schule des Ortes hat. Daneben gibt es noch eine Niederlassung in Boltenhagen, den Saft- und Brennerei-Laden, in der Ostseeallee 11 a des Badeortes. Angeboten werden sowohl hauseigene Produkte als auch regionale Spezialitäten.

Ursprünglich stammt der Firmenchef aus Stralsund, lebt dann eine Zeitlang in Hamburg und auch ein paar Jahre in Amerika. 2018 kehrt er nach Mecklenburg zurück, lässt sich in Groß Schwansee nieder und gründet im Juni in Boltenhagen das Tropfen Kontor. Dafür holt er sich Johann Volk mit ins Boot, dessen Know How er unbedingt braucht. „Im August 2018 starteten wir dann zunächst mit der Mosterei – damals gab es extrem viel Obst, noch mehr als dieses Jahr“, erinnert sich Volk. Eigentlich soll bereits 2020 die Brennerei folgen, doch Corona verursacht den zweijährigen Aufschub.

Das Tropfen Kontor steht für naturbelassene Premium-Getränke. „Das heißt, dass die bei uns in der Manufaktur die Gins, Brände, Liköre, Geiste und Direktsäfte gänzlich ohne Zuckerzusatz entstehen“, erklärt Volk. Größtmögliche Nachhaltigkeit ist das Ziel, welches sich auch durch die Verwendung naturbelassener und zum großen Teil biologisch sowie regional erzeugter Rohstoffe widerspiegelt. So werden im Klützer Winkel auch eigene Streuobstwiesen bewirtschaftet, bestehen Kooperationen mit Familienhöfen von Pommern bis zur Elbmündung.

Johann Volk ist von Hause aus eigentlich Zahntechnikermeister. Anfang 2000 wagt er den Schritt und wechselt als Quereinsteiger ins Brennerei-Geschäft. „Ich habe Fortbildungen gemacht in Weihenstephan, in der Weindomäne Trier und in Österreich.“ Danach gründet er 2012 in Klütz zunächst eine eigene Mosterei und im Jahr darauf eine Brennerei – beides verlässt er 2017. Trotzdem lässt ihn das Metier nicht los, weshalb er das Angebot von Martin Nehls annimmt. „Das ist einfach mein Fiber – es macht einfach Spaß, solche Produkte herzustellen, zu kreieren. Auch innovativ zu überlegen, was in den nächsten Jahren vielleicht an Geschmacksrichtungen interessant sein könnte.“

Insgesamt arbeiten in den vier Bereichen zwischen acht und zehn Mitarbeiter, in der Obstsaison kommen gerade bei der Mosterei noch Aushilfskräfte dazu. Allerdings herrscht auch hier die allgemeine Personalnot. Mit dem Angebot der Lohnmosterei kann man hier Direktsaft seines eigenen Obstes erhalten oder sogar anschließend in der Brennerei destillieren lassen. Im Café und Bistro werden die Speisen selbst gekocht und zubereitet, der Kuchen selbst gebacken.

Doch der Verkauf der Produkte an die Endverbraucher ist nur ein Standbein des Unternehmens. Zu den Kunden zählen in erster Linie Restaurants und Hotels, der Großhandel sowie der Einzelhandel, wie zum Beispiel Getränkeland oder regional die Supermarktkette Kaufland. Darüber hinaus werden Führungen mit Verkostungen in der Brennerei angeboten, um „uns und unsere hochwertigen Produkte der Manufaktur besser kennen zu lernen“, so Brennmeister Volk. Außerdem sollen hier künftig auch in kleinem Rahmen Veranstaltungen, Musikabende mit Klassik, Jazz und Blues, zu erleben sein.

 

Tropfen Kontor GmbH

Brennerei / Hofladen / Café & Bistro
Klützer Straße 38
23948 Damshagen
Internet: www. tropfenkontor.com
Telefon: 038825 – 372557
E-Mail: brennerei@tropfenkontor.com

Café & Bistro
Telefon: 038825 – 374880
E-Mail: bistro@tropfenkontor.com

Mosterei
Klützer Straße 37 c
23948 Damshagen
Telefon: 038825 – 378600
E-Mail: mosterei@tropfenkontor.com

 

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg mbH (WFG NWM) feiert am 30. November 2022 ihr 30-jähriges Bestehen.

Gegründet wurde die Gesellschaft in Grevesmühlen, wo bis heute ihr Stammsitz ist. Unter ihrer Leitung wurden zum Beispiel die Gewerbegebiete in Herrnburg, Schönberg, Carlow und Upahl erschlossen und anschließend verkauft. So entstanden in den vergangenen Jahrzehnten tausende Arbeitsplätze. In den letzten Jahren kamen immer mehr neue Aufgaben für die WFG hinzu.

Zum Jubiläum sind mehrere Aktionen geplant: „Es wird dafür unter anderem etwa ein Kurzfilm vorbereitet, der dann am 1. Dezember im Rahmen eines Pressegesprächs präsentiert wird.
Eine Jubiläumsveranstaltung folgt dann im Frühjahr 2023 im Rahmen eines Unternehmerempfanges“, erklärt WFG-Geschäftsführer Martin Kopp.

Näheres erfahren Sie in Kürze auch in der Dezemberausgabe des Nordwestblicks.

Seit 12 Jahren ist eines ihrer Hobbys das Nähen: Anja Bogun führt seit Juni 2022 die ehemalige Stickerei Grams in der August-Bebel-Straße 14 als Sticken und ‚Meer‘ in Grevesmühlen weiter.
Dort bietet sie neben individuellen Stickereien auch Selbstgenähtes, Gestricktes, liebevolle Dekoration und andere handgefertigte Sachen von bekannten Gleichgesinnten an.
Ihre Vorgängerin Frau Grams und sie kennen sich schon einige Jahre. Als Anja von der Geschäftsschließung erfuhr, nutzte sie die Gelegenheit, um zwei Dinge zu vereinen: Den Aufbau eines zweiten Standbeins und die Weiterentwicklung ihrer Kreativität.
Viele potenzielle Kunden schauen seit der Neueröffnung des kleinen Ladens begeistert durch die Schaufenster und bewundern die liebevoll hergestellten Dinge. Dennoch besuchen bisher nicht genügend Kunden das Geschäft, um dieses hauptberuflich betreiben zu können. Der Unternehmer Thomas Krohn, Inhaber einer Fahrschule in Grevesmühlen, ist für Anja ein großer Unterstützer und wichtiger Wegbegleiter.
Aber auch wenn die Auftragslage momentan noch keine Vollauslastung zulässt und auch Anja Bogun nicht von den steigenden Energiekosten verschont bleibt, ändert dies nichts an ihrer Zuversicht: Denn der Laden ist voller Materialen, die bestickt werden und an die Kundschaft gebracht werden möchten.
Um dieses Ziel zu erreichen, sollen neben der bestehenden Social Media-Präsenz eine neue Website und Werbeflyer erstellt werden.
„Ein besticktes Handtuch oder ein schöner Teelichthalter sind immer eine tolle Geschenkidee. So hoffe ich, dass sich meine Warenauswahl und Dienstleistung in der Umgebung herumsprechen und auf diese Weise mehr Kunden den Weg in meinen Laden finden“, so die 32-jährige Anja Bogun.

Sticken und ‚Meer‘
August-Bebel-Straße 1
23936 Grevsmühlen
Telefon: 0176 410 60 729
Instagram: Sticken und Meer (@stickenundmeer_)

Die Kriterien für die Förderung von Investitionen für Unternehmen werden neu ausgerichtet.
Grundlage ist das Förderprogramm zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW).
Die Schaffung und der Erhalt von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen mit einer guten Entlohnung, das Voranbringen von Innovationen und eine nachhaltige Entwicklung stehen dabei im Fokus.


Die Zuschläge im Überblick:

Innovationsförderung
Bei der Innovationsförderung steht die Hochwertigkeit und die Nachhaltigkeit der Arbeitsplätz im Vordergrund.

Die Höhe der Förderung setzt sich wie folgt zusammen:

Basissatz + Zuschläge von bis zu 10 %
Basisfördersatz Große Unternehmen = 5 %
Basisfördersatz mittlere Unternehmen = 15 %
Basisfördersatz kleine Unternehmen = 25%

Tarifbindung:
Unternehmen mit Tarifbindung erhalten 5% höhere Fördersätze als Unternehmen ohne Tarifbindung.
Darüber hinaus sollen Unternehmen, die gute Löhne zahlen bis zu 5 % höhere Zuschlage bekommen.
Ausschlaggebend ist die Überschreitung des Mindestlohns vom 01.10.2022
50%   mehr = 2,5 %
100% mehr = 5 %
Dabei muss dies 75% der Belegschaft betreffen.
Lohnkostenbezogene Förderung in begründeten Einzelfällen der GRW Förderung möglich, Arbeitgeber Brutto muss 45.000 € betragen

Investitionen in besonders strukturschwachen Regionen
Eine Förderung von plus 2,5% gibt es für Investitionen in besonders strukturschwachen Regionen. Der Landkreis Nordwestmecklenburg gehört zu diesen Regionen.
Auch Investitionen im Tourismus Bereich werden gefördert. Gefördert werden  Zusatzangebote wie Wellness, Tagungen und Sport bei bestehenden Tourismusbetriebsstätten

Forschungs- und Entwicklungsleistung
Unternehmen, die im Bereich Forschung und Entwicklung bereits Förderungen in den vergangenen 3 Jahren erhalten haben oder eine Kooperation mit Hochschulen vorweisen können, haben eine 2,5% höhere Förderung zu erwarten.

Umweltmanagement und Nachhaltigkeit
EMAS III „Öko-Audit“, DIN EN ISO 14001 oder einem vergleichbaren Standard zertifizierte Unternehmen erhalten 2,5 % höhere Fördersätze.

Vereinbarkeit Erwerbs- und Privatleben
2,5 % mehr Förderung bei Vorlage oder Verpflichtung zur Erlangung eines Zertifikates. Z.B. Audit „berufundfamilie“ oder Audit „Erwerbs- und Privatleben.